Willkommen beim Verbund Rück- und Zuwanderung

Der Verbund Rück- und Zuwanderung Gemeinsam für Ostdeutschland!

Im April 2006 haben sich verschiedene ostdeutsche Rückkehrinitiativen zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammenschlossen. Angestoßen wurde diese Vernetzung von der Koordinierungsstelle "Perspektiven für junge Menschen - gemeinsam gegen Abwanderung" in der Stiftung Demokratische Jugend und der Schweriner Agentur mv4you. Schwerpunkt Ostdeutschland

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Abwanderung junger Menschen aus den neuen Bundesländern schien es angebracht, sich im Rahmen eines länderübergreifenden Zusammenschlusses von regional und lokal agierenden Initiativen mit dem Thema Rück- und Zuwanderung zu beschäftigen.

Anders als in strukturarmen westdeutschen Regionen, die auch einen Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen haben, handelt es sich in Ostdeutschland um ein Phänomen zu, das in Folge des politischen Zusammenbruchs der DDR entstanden ist. Viele betroffenen Menschen sehen hier einen unmittelbaren Wirkungszusammenhang.

In Ostdeutschland befinden sich nur wenige Wirtschaftszentren, die andere Regionen mitziehen könnten. In Westdeutschland hingegen werden die wenigen Abwanderungsregionen von den vielen Ballungszentren mitgetragen. Es liegt demnach eine andere Ausgangslage mit anderen sozialen und "emotionalen" Begleiterscheinungen vor als in den westdeutschen Bundesländern.

Der Verbund Rück- und Zuwanderung reagiert auf diese Situation und fokussiert sich zunächst auf Ostdeutschland als die vom demografischen Wandel am stärksten betroffene Region. Förderung von Rück- und Zuwanderung

Wanderungsbewegungen gab es schon immer. Betrachtet man sie grundsätzlich als etwas Positives und Fruchtbares, weil eine ausgeglichene Ab- und Zuwanderung meist Zugewinne für die Regionen bringt, gerät man zwangsläufig in ein Dilemma. Insbesondere, wenn sich weitere Folgen abzeichnen: Der Negativ-Saldo von knapp einer Million Menschen trifft den Osten hart, denn der Fachkräftemangel schwächt den Standort Ostdeutschland wirtschaftlich, kulturell und sozial.

Deshalb gewinnt die Förderung der Rückwanderung, aber auch die der Zuwanderung, immer stärker an Bedeutung. Rückkehrer bringen regionale Kenntnisse gepaart mit neuen Erfahrungen und neuen Impulsen zurück in das Gemeinwesen. Sie kennen die lokalen Besonderheiten, können sich meist gut reintegrieren und übernehmen oft wichtige Funktionen im sozialen Bereich. Für Neuzuwanderer ist dies oftmals vergleichsweise schwierig, sie bringen aber mit ihrer "Außensicht" "frischen Wind" mit und erfüllen eine wichtige Funktion bei der Öffnung scheinbar geschlossener Gemeinschaften. Voraussetzung hierfür ist allerdings die Einsicht und Bereitschaft der Einheimischen, Toleranz und "Gastfreundschaft" als notwendige Faktoren für die Attraktivität eines Wirtschaftsstandortes zu begreifen und nicht nur die Politik dafür verantwortlich zu machen, dass es weder Arbeitsplätze noch eine zukunftsorientierte Nachwuchsförderung gibt.

All dies sind komplexe Zusammenhänge, die es zu analysieren und aufzuzeigen gilt. Im lokalen Gefüge gelingt dies aber nur schwer. Um die themenspezifischen Aktivitäten zu bündeln, haben sich die beteiligten Initiativen nach ihrem ersten Treffen Anfang 2006 zum Verbund Rück- und Zuwanderung zusammen geschlossen. Synergien, die nötig sind, dem Problem der Abwanderung entgegen zu treten, sollen genutzt werden. Harte und weiche Faktoren müssen dabei Hand in Hand gehen. Die Rückkehrinitiativen setzen auf den direkten Kontakt zu den Abgewanderten. Sie versorgen sie mit Informationen über kulturelle, politische und soziale Entwicklungen ihrer Herkunftsregion und stärken die Bindung an die Heimat. Rückkehragenturen werden somit zu einer zunehmend wichtigen Anlaufstelle in der Region.

Der Verbund wird moderiert und organisatorisch begleitet von der Koordinierungsstelle "Perspektiven für junge Menschen - gemeinsam gegen Abwanderung", die 2005 in der Stiftung Demokratische Jugend eingerichtet wurde.

Die Koordinierungsstelle sorgt mit ihren vielfältigen Aktivitäten (Förderprogramme, Wettbewerbe, Fachtagungen etc.) dafür, dass die Belange der Jugendlichen und die Bedeutung der weichen Faktoren flankierend neben den arbeitsmarktpolitischen Instrumentarien Teil eines ganzheitlichen Ansatzes bleiben, der auch bürgerschaftliches Engagement, ein demokratisches Gemeinwesen und ein attraktives Lebensumfeld als wichtige Standortfaktoren für Wirtschaftsansiedlung versteht. Gemeinsam mit dem Verbund Rück- und Zuwanderung wird sie auch zukünftig Aktivitäten in diesem Bereich unterstützen.